Was geschah auf dem Hantavirus-Kreuzfahrtschiff MV Hondius?
Der MV-Hondius-Ausbruch ist der erste dokumentierte Kreuzfahrtschiff-Cluster von Hantavirus-Erkrankung. Das unter niederländischer Flagge fahrende Expeditionsschiff war auf Südatlantik- und subantarktischen Routen unterwegs, als mehrere Passagiere und Besatzungsmitglieder eine Hantavirus-Lungenerkrankung entwickelten, die mit einer Andes-Virus-(ANDV)-Infektion vereinbar ist.
Ermittler führten Nageraktivität in den Schiffslägern auf – höchstwahrscheinlich Oligoryzomys-Arten-Reisratten, die während eines Hafenanlaufs in Patagonien an Bord genommen wurden – und die daraus resultierende aerosolisierte Ausscheidung in beengten Kabinen- und Lebensmittellagerflächen. Mensch-zu-Mensch-Übertragung, ein bekanntes Merkmal von ANDV, könnte den Cluster an Bord verstärkt haben.
Die Reaktion der öffentlichen Gesundheit umfasste Notfall-Evakuierung symptomatischer Passagiere, Kontaktverfolgung über mehrere Länder hinweg, schiffsweit Nager-Eradikation, Tiefenreinigung und Desinfektion nach dem CDC-Protokoll "open up, air out, wet down" und Quarantäne für enge Kontakte.
Das MV-Hondius-Ereignis ist epidemiologisch bedeutsam, weil es zeigt, dass Hantavirus – historisch als strikt ländliche, terrestrische Zoonose betrachtet – eine Übertragungskette in einer geschlossenen, mobilen Umgebung etablieren kann, wenn ein Reservoir-Nager versehentlich verschifft wird. Maritime Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit für subantarktische Expeditionsschiffe wurden daraufhin aktualisiert.
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