Was sind die Symptome einer Hantavirus-Infektion?
Eine Hantavirus-Erkrankung hat eine lange Inkubationszeit: 1 bis 8 Wochen von der Exposition bis zu den ersten Symptomen, wobei die meisten Fälle nach 2–4 Wochen auftreten. Der klinische Verlauf hängt davon ab, welches Syndrom die infizierenden Viren verursachen.
Frühe (prodromale) Phase — sowohl HPS als auch HFRS
- Fieber, oft plötzlicher Beginn (38–40°C)
- Schwere Muskelschmerzen, besonders in Oberschenkeln, Hüften, Rücken und Schultern
- Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel
- Schüttelfrost, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Diese Phase dauert typischerweise 3–7 Tage und wird leicht mit Grippe verwechselt.
HPS (Hantavirus Pulmonary Syndrome) — Amerika
4–10 Tage nach dem Prodrom entwickeln Patienten einen trockenen Husten und schnell fortschreitende Atemnot, wenn Flüssigkeit in die Lungen eindringt. Ohne intensive Betreuung (mechanische Beatmung, ECMO) ist HPS häufig tödlich. Die Fallsterblichkeit liegt bei ungefähr 35–40% für Sin Nombre und Andes-Virus.
HFRS (Hemorrhagic Fever with Renal Syndrome) — Eurasien
HFRS präsentiert sich in fünf überlappenden Phasen: febrile, hypotensive, oligurische (verminderte Urinausscheidung), polyurische (übermäßige Urinausscheidung) und Rekonvaleszenz. Der Schweregrad reicht von mildem Puumala "nephropathia epidemica" (CFR < 0,5%) bis zu schwerem Hantaan- oder Dobrava-Virus mit Blutungen und Schock (CFR bis zu 15%).
Hantavirus ist ein medizinischer Notfall. Wenn Sie diese Symptome nach möglicher Exposition gegenüber Nagetieren haben, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf und informieren Sie den Kliniker über die Exposition — frühzeitige unterstützende Behandlung rettet Leben.
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