Fragen und Antworten

Was war der Hantavirus-Ausbruch Four Corners 1993?

Im Mai 1993 präsentierten sich in der Region Four Corners (wo New Mexico, Arizona, Colorado und Utah zusammentreffen) mehrere zuvor gesunde junge Erwachsene mit schwerem, schnell tödlich verlaufendem Atemversagen. Ärzte des Indian Health Service in der Navajo Nation meldeten den Ausbruch dem New Mexico Department of Health und dem CDC.

Bis Juni hatten CDC- und Special Pathogens Branch-Teams einen neuartigen Hantavirus mittels PCR und Serologie identifiziert. Der Erreger wurde schließlich Sin Nombre-Virus (SNV) ("namenloser Virus") genannt. Sein Reservoir war die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus). Lokale Navajo-Älteste erkannten berichten zufolge das Krankheitsmuster und verknüpften es mit einer Häufung von Nagetieren nach einer reichhaltigen Pinyonnuss-Ernte — eine ökologische Verbindung, die Wissenschaftler später bestätigten: Ein El-Niño-bedingerter Anstieg der Niederschläge hatte einen Hirschmaus-Populationsboom ausgelöst.

Das klinische Syndrom des Ausbruchs war neu in der Medizin: ein kurzes grippähnliches Prodromalstadium gefolgt von schnellem Lungenödem und Schock. Es wurde Hantavirus-Lungensyndrom (HPS) genannt. Die Fallsterblichkeitsrate des ursprünglichen Ausbruchs überstieg 60%; mit moderner Intensivmedizin liegt sie näher bei 35–40%.

Four Corners 1993 ist das Gründungsereignis der Hantavirologie der Neuen Welt. Es katalysierte Überwachung in den Amerikas und führte zur Entdeckung von Dutzenden weiterer Hantaviren — darunter Andes-Virus in Argentinien (1995) sowie Bayou und Black Creek Canal in den USA — im folgenden Jahrzehnt.

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